
Warum Heizungsluft zur Belastung wird
Während die meisten Menschen trockene Heizungsluft nur als unangenehm empfinden, macht sie Ihnen als Kontaktlinsenträger richtig zu schaffen. Ihre Augen röten sich und brennen. Es fühlt sich an, als wären die Linsen auf dem Auge festgeklebt.
Warum empfinden wir Heizungsluft als trocken?
Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme Luft. Wird die Raumluft im Winter geheizt, wird sie zwar wärmer, aber nicht feuchter. Da die warme Luft jedoch viel mehr Feuchtigkeit binden könnte, entzieht sie diese ihrer Umgebung – zum Beispiel unseren Schleimhäuten. Die Folge: Nase, Rachen und Augen trocknen schneller aus. Hinzu kommt, dass viele Heizsysteme Staub aufwirbeln und die Schleimhäute zusätzlich reizen.
Was hält unsere Augen eigentlich feucht?
Der Tränenfilm hält Ihre Augen feucht und geschützt. Bei jedem Lidschlag erneuert er sich und verteilt sich gleichmäßig. Er glättet die Oberfläche, liefert der Hornhaut Sauerstoff und Nährstoffe und wehrt Keime ab.
Heizungsluft beeinträchtigt diesen Schutzfilm. Ihre Augen fühlen sich trocken an, sind gerötet und brennen. Auch ein Fremdkörpergefühl ist möglich. Sind Ihre Augen über längere Zeit zu trocken, können sie sich leichter entzünden. Außerdem kann der gestörte Tränenfilm zu verschwommenem Sehen führen.
Je seltener Sie blinzeln, desto instabiler wird der Tränenfilm. Weil Sie bei der Bildschirmarbeit den Blick starr auf den Monitor richten, macht Ihnen die trockene Heizungsluft in Büro und Homeoffice besonders zu schaffen.
Warum Kontaktlinsenträger darunter besonders leiden
Als Kontaktlinsenträger neigen Sie häufiger zu trockenen und empfindlichen Augen. Durch die Linsen kann der Tränenfilm leichter aufreißen, was die Befeuchtung der Hornhaut stört. Blinzeln ist zwar prinzipiell gut fürs Auge, doch bei Kontaktlinsen führt jeder Lidschlag zu Reibung – die durch trockene Augen noch verstärkt wird. Zudem beeinträchtigt die Linse die gleichmäßige Verteilung der Tränenflüssigkeit.
Besonders weiche Kontaktlinsen bereiten Probleme: Sie trocknen im Laufe des Tages aus und entziehen Ihren Augen zusätzlich Feuchtigkeit.
Die typischen Symptome wie Brennen, Fremdkörpergefühl und Rötung fallen bei Ihnen daher stärker aus. Oft entsteht das unangenehme Gefühl, dass die Linse am Auge klebt.
Was kann man gegen trockene Augen tun?
Am besten tragen Sie Ihre Kontaktlinsen nicht zu lange am Stück und legen regelmäßig Pausen ein. Zur Befeuchtung der Augen eignen sich Tränenersatzmittel in Tropfenform, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Um Ihre Augen nicht zusätzlich zu reizen, sollten Sie auf Präparate ohne Konservierungsmittel setzen. Da diese nach dem Öffnen nur kurze Zeit haltbar sind, bieten sich Einmaldosen an.
Wichtig für Kontaktlinsenträger: Achten Sie darauf, dass die Tropfen für die Anwendung mit Kontaktlinsen geeignet sind. Konservierungsmittel können sich in der Linse anreichern und die Belastung für das Auge verstärken. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten oder wenden Sie sich an uns. Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl.
Was tun, wenn nichts hilft?
Je nach Schwere der Symptome und individueller Empfindlichkeit können Kontaktlinsen im Winter zur echten Belastung werden. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, über alternative Sehhilfen nachzudenken. Als Kontaktlinsenträger möchten Sie wahrscheinlich nicht zur Brille zurückkehren. Es gibt aber auch andere Methoden – zum Beispiel die Korrektur durch Laser- oder Linsenverfahren.
Laserverfahren: Femto-LASIK, SMILE® pro, PRESBYOND® Laser Blended Vision
Abhängig von Ihren individuellen Voraussetzungen kommen verschiedene Laserverfahren infrage:
Femto-LASIK ist das gängigste Augenlaserverfahren zur Behandlung von Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung. Diese Weiterentwicklung der bewährten LASIK arbeitet rein laserbasiert. Voraussetzung ist eine ausreichend dicke Hornhaut.
PRESBYOND® Laser Blended Vision von ZEISS ist ein innovatives Augenlaserverfahren zur Korrektur von Alterssichtigkeit. Es ermöglicht scharfe Sicht in allen Entfernungen und bietet hohe Patientenzufriedenheit.
SMILE® pro von ZEISS ist ein hochpräzises Augenlaserverfahren zur Behandlung von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung. Es ist minimalinvasiv, flapfrei und daher besonders schonend. SMILE® pro gilt heute als State of the Art und ist bei Neigung zu trockenen Augen besonders geeignet.
Linsenverfahren: Zusatzlinsen (phake Linsenimplantation) und Ersatzlinsen (refraktiver Linsentausch)
Phake Linsenimplantation: Bei diesem Verfahren wird zwischen Iris und körpereigener Linse eine Kunstlinse eingesetzt. Auf diese Weise lassen sich Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung korrigieren.
Phake Linsen sind eine Alternative zum Laserverfahren – besonders bei hohen Fehlsichtigkeiten oder anatomischen Einschränkungen. Diese Methode eignet sich ideal bei trockenen Augen und Kontaktlinsenunverträglichkeit.
Refraktiver Linsentausch: Hier wird die natürliche Linse durch eine künstliche ersetzt. Dieses Verfahren bietet sich bei hoher Fehlsichtigkeit an oder wenn gleichzeitig eine Alterssichtigkeit korrigiert werden soll. Nach dem Eingriff können die Augen vorübergehend etwas trockener sein, langfristig stabilisiert sich der Tränenfilm jedoch wieder.
Unsere Empfehlung
Wenn Sie Ihre Kontaktlinsen im Winter oder das ganze Jahr über als störend empfinden, lassen Sie sich in unserer Praxis zu Alternativen beraten. Einen ersten Anhaltspunkt, welche Verfahren für Sie infrage kommen, bietet unser kostenloser Eignungscheck.