
Was die Sehqualität beeinflusst und was das für das Augenlasern bedeutet
Sehen ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten. Ist eine davon eingeschränkt, leiden Orientierung, Reaktionsfähigkeit und Koordination. Erfahren Sie, welche Faktoren neben der Sehschärfe noch relevant sind.
Kontrastsehen
Das Kontrastsehen ermöglicht es uns, zwischen einem Objekt und seinem Hintergrund Unterschiede in Helligkeit oder Farbe wahrzunehmen. So erkennen wir Formen und Konturen selbst dann, wenn der Kontrast gering ist – zum Beispiel bei einem weißen Teller auf einer weißen Tischdecke.
Getrübte Linsen können zu einem schlechteren Kontrastsehen führen. Wir können dann Hindernisse schwerer erkennen, was die Unfallgefahr erhöht. Die Trübung kann durch Krankheiten wie Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen sowie durch die Einnahme von Steroiden, z. B. Kortison, hervorgerufen werden. Aber auch der natürliche Alterungsprozess kann eine solche Trübung verursachen.
Räumliches Sehen
Räumliches Sehen bedeutet dreidimensionales Sehen. Unsere Augen schicken zwei leicht unterschiedliche Bilder an unser Gehirn, das diese zu einem zusammenbaut. Diese Fähigkeit ist nicht angeboren, sondern wird erst ausgebildet. Ihre Entwicklung beginnt als Säugling und endet mit dem dritten oder vierten Lebensjahr.
Bei Schielen oder stark unterschiedlicher Sehstärke beider Augen kann das räumliche Sehen gestört sein. Das Gehirn erzeugt nur ein zweidimensionales Bild – wie bei einem Foto. Betroffene haben Probleme, Erhebungen oder Tiefen zu erkennen, Entfernungen einzuschätzen oder Volumen wahrzunehmen.
Bewegungssehen
Dank unseres Bewegungssehens können wir erkennen, ob sich Objekte bewegen – mit welcher Geschwindigkeit und in welcher Richtung. Das gilt auch für unsere eigenen Kopf- und Körperbewegungen. Verantwortlich dafür sind spezielle Zellen in der Netzhaut und Signalketten im Gehirn.
Schlechtes Bewegungssehen kann durch Augenbewegungsstörungen, Nervenschäden oder Erkrankungen wie Multiple Sklerose bedingt sein. Das Sehen wirkt verschwommen und schnell bewegende Objekte sind schwerer zu erkennen. Die Teilnahme am Straßenverkehr wird dadurch gefährlicher.
Farbsehen
Das Farbsehen ermöglicht es uns, verschiedene Farben und Nuancen zu unterscheiden. Grundlage dafür sind drei Arten von Zapfen in der zentralen Netzhaut, die rotes, grünes und blaues Licht wahrnehmen. Unser Gehirn verarbeitet diese Signale und erzeugt daraus ein farbiges Bild.
Bei gestörtem Farbsehen wirken Farben verwaschen oder grau. Die häufigste Form ist die Rot-Grün-Schwäche: Betroffene verwechseln diese Farben, sehen andere aber normal. Echte Farbblindheit ist selten. Angeborene Formen sind meist erblich, erworbene gehen auf Alter, Diabetes oder Medikamente zurück.
Nachtsehen
Nachtsehen ist die Fähigkeit unserer Augen, bei wenig Licht zu sehen. Dabei spielt vor allem die Netzhaut eine Rolle, genauer gesagt die Stäbchen: Sie sind hochempfindlich für Licht, können aber keine Farben unterscheiden.
Mit schlechtem Nachtsehen fällt es schwer, bei Dämmerung oder Dunkelheit Konturen zu erkennen oder Hindernisse zu sehen. Viele fühlen sich abends unsicher und meiden Fahrten im Auto. Es handelt sich aber in den seltensten Fällen um eine echte Nachtblindheit.
Gesichtsfeld und peripheres Sehen
Unser Gesichtsfeld umfasst alles, was wir sehen können, ohne die Augen oder den Kopf zu bewegen. Mit dem peripheren Sehen ist der Randbereich dieses Feldes gemeint. Es hilft uns dabei, Bewegungen und Hindernisse wahrzunehmen, die nicht direkt im Blickpunkt liegen.
Ist dieser Bereich eingeschränkt, fällt die Orientierung im Alltag deutlich schwerer. Bewegungen am Rand des Gesichtsfelds werden leicht übersehen – was besonders im Straßenverkehr gefährlich werden kann. Häufige Ursachen sind Glaukom, Schlaganfall oder Netzhautschäden.
Detailwahrnehmung
Die Detailwahrnehmung beschreibt unsere Fähigkeit, feine Strukturen und kleine Unterschiede klar zu erkennen. Sie hilft uns zum Beispiel, kleine Schrift zu lesen, Gesichter voneinander zu unterscheiden oder winzige Muster wahrzunehmen.
Ist sie eingeschränkt, wirkt die Welt unscharf, selbst wenn die Sehschärfe an sich in Ordnung ist. Beeinträchtigt wird die Detailwahrnehmung vor allem durch Makuladegeneration, Grauen Star oder Brechungsfehler. Aber auch trockene Augen und Blendung können feine Strukturen unsichtbar machen.
Was bedeutet das für das Augenlasern?
Augenlaser-Verfahren wie SMILE® pro, Femto-LASIK oder PRESBYOND® setzen an der Hornhaut an und korrigieren dort den Brechungsfehler. Ziel ist in erster Linie, eine bessere Sehschärfe zu erreichen. Doch einige Aspekte der Sehqualität profitieren indirekt mit:
- Ein präziseres Bild auf der Netzhaut verbessert das Kontrastsehen.
- Weniger Abbildungsfehler kommen der Detailwahrnehmung zugute.
- Ein ausgeglicheneres Sehen beider Augen unterstützt das räumliche Sehen.
Andere Faktoren bleiben davon unberührt: Erkrankungen der Linse oder Netzhaut bestehen weiter. Wie sich Nachtsehen und Blendempfindlichkeit verändern, lässt sich nicht vorhersagen. Trockene Augen können die Sehqualität weiterhin beeinträchtigen.
Was ein Eingriff für Ihre individuelle Sehqualität leisten kann, klären wir gerne persönlich.