
Wenn Lasern nicht möglich ist: IPCL als Alternative
Melanie Zucker (46) ist Leiterin einer Kindertageseinrichtung. Vor etwa sechs Wochen hat sie sich im Augenlaser-Zentrum Reutlingen IPCL Presbyopic einsetzen lassen. Dabei handelt es sich um Zusatzlinsen, die neben anderen Sehfehlern auch Alterssichtigkeit korrigieren können. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen.
Redaktion: Frau Zucker, wann haben Sie festgestellt, dass Sie nicht so gut sehen?
Melanie Zucker: Meine Kurzsichtigkeit wurde schon in der fünften Klasse entdeckt. Ich habe sie wahrscheinlich von meinem Vater geerbt. Gestartet habe ich mit -0,25 auf beiden Augen, aber dann wurde es sehr schnell schlechter. Im Erwachsenenalter wurde außerdem eine Hornhautverkrümmung festgestellt. Von der Alterssichtigkeit habe ich noch gar nichts bemerkt.
Redaktion: Haben Sie vorher Brille getragen oder Kontaktlinsen?
Melanie Zucker: Ich hatte feste Kontaktlinsen und dazu natürlich auch eine Brille.
Redaktion: Wie hoch waren Ihre Werte zum Zeitpunkt der Operation?
Melanie Zucker: Ganz grob war ich bei -8 auf beiden Augen, plus die Hornhautverkrümmung.
Redaktion: Warum haben Sie sich für den Eingriff entschieden?
Melanie Zucker: Ich hatte mich ja schon drei Jahre mit diesem Thema beschäftigt, hatte aber – ehrlich gesagt – immer sehr große Angst. Aber dann kam ein Bekannter von mir, der immer eine Brille hatte, plötzlich ohne. Als ich gefragt habe, warum er keine Brille mehr trägt, antwortete er: „Ich war in Reutlingen bei Frau Dr. Reinhard“. Nachdem er mir so vorgeschwärmt hat, wie toll das war, habe ich einfach einen Termin ausgemacht.
Redaktion: Aber Sie kannten das Augenlaser-Zentrum Reutlingen noch gar nicht?
Melanie Zucker: Natürlich habe ich mich auf der Internet-Seite informiert und hatte die Hoffnung, dass man es vielleicht noch mit Lasern hinbekommt. Aber dann kam beim Eignungscheck raus, dass Lasern bei mir nicht funktioniert, weil meine Hornhaut zu dünn ist.
Redaktion: Die Zusatzlinse war für Sie also die bessere Alternative?
Melanie Zucker: Beim Eignungscheck hat mir eine Mitarbeiterin die Linsentechnik genau erklärt und mir Informationsmaterial mitgegeben. Sie meinte, ich solle mir das in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen und wenn ich Fragen hätte, könne ich mich jederzeit wieder melden. Da habe ich mich schon sehr gut informiert gefühlt, aber ganz sicher war ich mir noch nicht.
Redaktion: Was hat den letzten Ausschlag gegeben?
Melanie Zucker: Ich habe mir die Unterlagen durchgelesen und das hat mich überzeugt. Alles hat sich sehr professionell und gut angehört. Die Entscheidung war gefallen: Das mache ich jetzt auf jeden Fall.
Redaktion: Sind Sie dann direkt zur Voruntersuchung?
Melanie Zucker: Ich habe noch etwas Zeit bis zur endgültigen Entscheidung gebraucht. Außerdem durfte ich vor der Voruntersuchung vier Wochen keine Kontaktlinsen tragen. Insgesamt waren es circa acht Wochen vom Eignungscheck bis zur OP.
Redaktion: Wie haben Sie sich am Tag des Eingriffs gefühlt?
Melanie Zucker: Sehr, sehr aufgeregt. Zum Glück bin ich einem überaus freundlichen und kompetent wirkenden Team begegnet. Die haben das mit so einer Routine, einer Ruhe und Sicherheit gemacht. Außerdem haben sie alles sprachlich so behutsam begleitet, dass ich mich einfach gut aufgehoben gefühlt habe.
Redaktion: Sie sagten, Sie waren aufgeregt. Hat man Ihnen etwas zur Beruhigung gegeben?
Melanie Zucker: Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was es genau war. Aber ich war nicht nur örtlich betäubt. Ich habe wirklich gar nichts mitbekommen.
Redaktion: Wie ging es Ihnen nach der Operation?
Melanie Zucker: Es ging alles sehr schnell. Ich hatte das Gefühl, ich schlafe noch halb, aber dann sagten sie zu mir: „Frau Zucker, wir sind fertig.“ Das Team hat mich total nett und liebevoll betreut. Ich wurde untergehakt und in den anderen Raum begleitet. Da war ich schon wieder fast klar im Kopf. Als ich nach Hause kam, war ich ziemlich kaputt und habe mich noch mal hingelegt. Aber vielleicht war das auch, weil die Anspannung nachgelassen hat.
Redaktion: Haben Sie nach dem Eingriff gleich scharf gesehen?
Melanie Zucker: Ich hatte direkt nach der OP einen festen Verband drauf, den ich nicht wegmachen durfte. Am nächsten Tag war die Kontrolluntersuchung. Als mir der Verband abgenommen wurde, habe ich schon gemerkt, dass ich bedeutend schärfer sehe. Die Sicht war erst noch ein bisschen milchig, aber das war am zweiten Tag schon weg. Ab da habe ich super gut gesehen – besser als jemals zuvor – und war total im Glück. Und meine Sehschärfe hat sich dann im Laufe einer Woche noch mal massiv verbessert.
Redaktion: Wurden beide Augen am gleichen Tag behandelt?
Melanie Zucker: Nein. Ich hatte montags die OP am rechten Auge und dienstags dann am linken. Dadurch war immer ein Auge offen, mit dem ich noch sehen konnte.
Redaktion: Hatten Sie irgendwelche Beschwerden?
Melanie Zucker: Nach der zweiten OP hatte ich etwas Kopfweh, aber ansonsten war alles in Ordnung. Ich habe zwar gespürt, dass da etwas gemacht wurde, wenn ich mir zum Beispiel über die Augenbraue gestrichen habe. Aber solange ich die Finger weggelassen habe, habe ich gar nichts gespürt.
Redaktion: Ihre Augen wurden unterschiedlich optimiert: eines für den mittleren Bereich, eines für den Lesebereich. Ist das richtig?
Melanie Zucker: An beiden Augen wurde die Fehlsichtigkeit in die Ferne sowie die bevorstehende Altersfehlsichtigkeit korrigiert. Ganz einfach ausgedrückt habe ich „Gleitsichtlinsen“ eingesetzt bekommen. Was ausblieb, ist die Gewöhnung an eine Gleitsichtbrille, da ich vom ersten Tag an mit den Linsen keinerlei Unterschiede beim Schauen in die Ferne oder in die Nähe hatte. Auch ein Hin- und Herneigen des Kopfes war zu keinem Zeitpunkt ein Thema. Egal, wohin ich schaue, ich sehe alles glasklar!
Redaktion: Das heißt, Sie brauchen jetzt gar keine Sehhilfe mehr?
Melanie Zucker: Nein. Und ich werde wohl nie wieder eine brauchen.
Redaktion: Sie sind also zufrieden mit dem Ergebnis?
Melanie Zucker: Ich kann es wirklich nur empfehlen. Es lohnt sich. Ich weiß, es ist eine schwere Entscheidung. Man hat nur zwei Augen und man macht sich Sorgen, ob alles gut wird. Mein Cousin zum Beispiel denkt auch schon sehr lange über einen Eingriff nach. Nachdem er gesehen hat, wie gut es bei mir gelaufen ist, will er jetzt auch zum Eignungscheck.
Redaktion: Warum hat er denn so lange gezögert?
Melanie Zucker: Er hatte gehört, dass man nach der OP ein Fremdkörpergefühl im Auge hat und dass es ständig kratzt und juckt. Das war bei mir überhaupt nicht so. Ich habe bis heute nicht ein einziges Mal das Gefühl gehabt, dass da irgendwas ist.
Redaktion: Fällt Ihnen noch etwas ein, das Sie gerne den Leuten mitgeben möchten, die jetzt gerade über eine Operation nachdenken?
Melanie Zucker: Sie sollen sich trauen! Im Nachhinein bereue ich, dass ich es nicht schon viel früher gemacht habe.
Redaktion: Vielen Dank für das Gespräch!